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Herzlich willkommen, aber nur wenn du nicht störst.
Die ersten Anzeichen
Genau in dem Zeitfenster, als der obere Teil der Burg von dem Feuersturm zerstört wurde, den ja bekanntermaßen die hochgradig schizophrene Meli Erbsenhirn gelegt hatte, geschah im untersten Folterkeller etwas sehr Merkwürdiges. Eine von den dort installierten Überwachungskameras wurde durch ihren Bewegungsmelder aktiviert und dokumentierte dadurch so etwas Ähnliches wie eine Begegnung der dritten Art.
Wie aus dem Nichts entstand, direkt vor ihrer hochauflösenden Superlinse, eine äußerst mysteriöse Treppe.
Bedauerlicherweise wurde das seltsame Ereignis an den unter der Burg in einer Tropfsteinhöhle stehenden Datenspeicher von Megalodon dem VI. (Name des dort installierten Zentralrechners) nur unvollständig übertragen. Da die Sonnenkollektoren für die allgemeine Energieversorgung, also auch für die Überwachungskameras, von der infernalischen Hitze des Feuers sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden. Was allerdings nicht ganz so schlimm war, wie es auf den ersten Augenschein aussah. Denn die burginterne Sicherheitsautomatik des Zentralrechners hatte, als sie bemerkte, dass sie das sich ausbreitende Feuer und den damit verbundenen Energiekollaps nicht verhindern konnte, unverzüglich reagiert.
Der in einer von den Nebenhöhlen stehende Notstromgenerator wurde hochgefahren. Und sowie wieder genug elektrische Energie vorhanden war, wurden alle von oben kommenden Zuleitungen abgeschaltet, die wasserdichten Sicherheitsschotte zur obersten Subebene geschlossen – und zu guter Letzt, die in einem feuersicheren Bunker direkt unter der Erdoberfläche installierten Tiefpumpen eingeschaltet. Welche dann, gespeist aus einem unterirdischen See, die oberste Subebene so hoch fluteten, dass das Feuer nicht weiter vordringen konnte.
 
Die Treppe ist da
So weit so gut könnte man sagen. Da ja für alle wichtigen Anlagen der Burg wieder alles im grünen Bereich war. Doch dem war nicht so. Denn die hochmoderne Steuerungselektronik der installierten Überwachungskamera, die den ungewöhnlichen Vorgang filmte, wurde ganz schön gebeutelt. Durch kurzfristig auftretende Induktionsströme. Die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von dem n–dimensionalen Treppentransfer ausgelöst wurden. Und da noch nicht einmal ich mit solch hohen Energiespitzen in meiner Burg gerechnet hatte, hatte ich diesbezüglich auch keine Vorsorge getroffen. So geschah auch, was geschehen musste.
Um einen Totalausfall wegen Überspannung zu vermeiden, trennte der Securitychip der Steuerungselektronik die Überwachungskamera einfach vom Netz. Und schaltete sie erst dann wieder ein, als die zirkulierenden Induktionsströme einen ungefährlichen Wert erreicht hatten. Was letztendlich dazu führte das von dem ganzen Geschehnis nur ein paar Filmsequenzen vorhanden sind. Darum lässt es sich nicht von der Hand weisen das sich über diese mysteriöse Treppe ein ungewöhnlicher Besucher aus „woher weiß der der Teufel“ einen Zugang in unsere Dimension verschaffte ohne das dies irgendwie festgehalten wurde.
Obwohl oder auch weil derartige Vorkommnisse grundsätzlich nur über eine interpolierte Quantenmaserung von mehreren Higgs–Teilchen hervorgerufen werden können (da sie ja definitiv eine relativistische Verschiebung der positiven Raumkrümmung sind). Ist durch die damit verbundenen relativistischen Zeitverschiebungen eben alles möglich. Auch das scheinbar Unmögliche.
 
Ohne jeden Zweifel – es ist etwas Ungeheuerliches geschehen. Allerdings kann ich momentan noch nicht beurteilen, wer da an den energetischen Rädern des Universums gedreht hat.
Die erste Treppeninspektion
Durchaus denkbar, ohne dass ich jetzt unken will, dass sogar die dunklen Mächte oder ihre düstren Helfershelfer mit ihren Spinnenfingerchen darin verstrickt sind. Doch genau das wird wohl erst die Zukunft weisen. Obwohl mir bereits jetzt schon bewusst ist das es mit Sicherheit keine Bauerntölpel gewesen waren, die diese äußerst mysteriöse Treppe in meine Burg geschickt haben. Denn bei solchen Hightech Manipulationen kann schon der kleinste Fehler dazu führen, dass es zu einer reziproken Leistungsverdichtung kommen kann. Weil bei derart seltenen Arrangements (linksdrehende Energiewellen halt) der Kernspin aller eingebundenen Teilchen stets im Gleichtakt schwingen muss. Und deshalb genügt schon der kleinste Misston um die quadratisch miteinander verwurzelten Teilchen so anzuregen das sie kaum noch zu trennen sind und munter in den freien Raum sprudeln.
Es ist also allerhöchste Vorsicht angesagt. Da kann man keineswegs irgendwelche depperten Ölbohrersimpel dransetzen. Die stets mit Aktionen, die sich schon in der Vergangenheit als nutzlos erwiesen haben, vollkommen sinnlos und ohne Rücksicht auf Verluste an Dingen herumschrauben, die ihren Kenntnisstand bei weitem überschreiten. Vermutlich wird in dem vorliegenden Fall schon die kleinste Unachtsamkeit dazu führen, dass unser (seit mehreren Milliarden Jahren) stabiles Raum–Zeit–Kontinuum aufreißt und die danach hereinflutenden Fremdenergien alles versauen werden, was die allumfassende Mutter Natur so wunderschön für uns etabliert hat. Deswegen werde ich auch mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zurande gehen und erst einmal eine kleine Treppeninspektion machen.
Ich weiß ich weiß das genialste Fitnessprogramm aller Zeiten ist nun mal Treppensteigen. Nur diese Treppe hier, die scheint wohl irgendwie mit einer Treppe in die Unendlichkeit verwandt oder verschwägert zu sein. Weil ich schon seit geraumer Zeit aufsteige und ein Ende derzeit nicht auszumachen ist. Gar keine Frage: Wenn ich wirklich auf einer Treppe in die Unendlichkeit bin, dann werde ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit noch ein Weilchen unterwegs sein.
In einem Fall drücke ich mir aber selbst die Daumen: Hoffentlich begegnet mir unterwegs nicht wieder diese ewig zugeknallte und total bekloppte Meli Erbsenhirn. Denn das Letzte was mir auf dieser spektakulären Exkursion noch fehlen würde das wäre der Anblick von zwei eiskalten Hängetitten.
 
   
Ganz klar, Desideria
ist echt urlaubsreif
In seinem Innersten war dieser kleine Blondschopf fest davon überzeugt, dass es auf der Erde nur anständige Menschen gibt. Mit kleinen Abstrichen natürlich, weil so blond, war die betörend schöne Desideria nun auch wieder nicht. Und deshalb hatte sie das vollmundige Angebot von Bryans–Touristik PTZfjwS zur Seite gelegt. Vorerst einmal. Denn sie wusste ganz genau, PTZfjwS ist die Abkürzung von: Partner Tausch Zentrale für junge, willenlose Schlampen.
Was sie aber nicht daran hinderte jedes Mal ganz entrüstet aber mit rosig angelaufenen Wangen (natürlich nur ab und an) auf die Titelseite des Hochglanzprospektes zu linsen. Weil, da stand etwas von berauschender Liebe in flammender Abendröte auf endlos weißen, feinsandigen Palmenstränden. Gar keine Frage. Es kribbelte sie immer bis runter in die High Heels – wenn sie derartig formulierte Texte las.
Deshalb dauerte es auch nicht sehr lange, bis diese Werbebotschaft sie regelrecht weich gekocht hatte. Vorsichtig öffnete sie den Hochglanzprospekt und studierte jedes einzelne von den wundervollen Bildern ganz genau: Berauschte sich förmlich daran. Legte anschließend, leise seufzend, eine schon etwas abgegriffene Illustrierte über dieses wundervolle Urlaubsangebot auf Schnäppchenebene.
Es half nichts. Immer wieder griff sie danach. Irgendwie schien diese Offerte eine magische Anziehungskraft zu haben. Vielleicht fand sie ja dort den Mr. Right von dem sie in stillen und einsamen Nächten heimlich träumte. Und wenn nicht? Dann würde sie es eben auch ohne einen Traumprinzen mal wieder so richtig krachen lassen. Daher buchte sie, nur zwei Sekunden später (solange hatte sie dann doch noch gebraucht um die üblichen Sicherheitsbedenken über Bord zu kicken), einen „All inclusive Urlaub“ auf dieser angepriesenen Trauminsel.
 
   
Hast Du nicht mehr drauf
Es gibt Tage (und auch Wochen) da sollte man einfach einmal über seinen Schatten springen. Sich so etwas wie eine Auszeit gönnen. Damit die Batterien wieder aufgeladen werden. Und deshalb habe ich den Engel in mir darauf hingewiesen – weil der immer nur arbeiten will! – das es an der Zeit wäre eine kleine Ballonfahrt zu unternehmen. Sich einfach mal wieder hinauf schwingen in die höheren Gefilde unseres schönen Planeten. Um sich dort angekommen, von den sanften Brisen des Äolus über die schnöden Dinge des täglichen Allerleis hinweg, in Richtung Ferner Osten treiben zu lassen. Irgendwohin halt. In noch unerschlossene Gebiete. Am liebsten wäre mir, wenn ich noch eine Gegend finden würde, wo jeder keinen kennt oder so.
Hm, vielleicht orientiere ich mich zuerst ein bisschen an den Schienen der Transsibirischen Eisenbahn. Da sollen ja ganz niedliche Lokomotiven zurande sein. Hab ich mal irgendwo gelesen. Doch so ganz genau weiß ich natürlich nicht, ob da etwas dran ist – und deshalb wird es wohl das Beste sein, wenn ich für ein kurzes Momenterl mein Augenmerk darauf richten werde.
 
   
Wer Talesia vertraut,
der kennt die Hölle nicht
Sind die auf dieser Seite aufgelisteten Geschichten jetzt Tatsachenberichte oder wurde auch hier, wie derzeit überall auf der Welt üblich bei dem wahren Sachverhalt etwas geschummelt, um das Interesse der hochgeehrten Leserschaft zu wecken? Auf gar keinen Fall. Denn bei mir wird nicht geschummelt. Der Beweis: Diese Geschichten sind immer nur im abnehmenden Licht eines schwindenden Tages entstanden. Ganz genau in dem Zeitfenster, wo die Konturen zu einer fließenden Nebensache werden und dadurch Platz machen für bereits in den Startlöchern sitzende Bösewichter. Weshalb ich dann auch immer, um die durch mein offenes Fenster hereinschwirrenden Insekten nicht zu verletzen, meine Schreibtischlampe ausknipse.
Dies habe ich jetzt natürlich nur erwähnt um allen aufzuzeigen das es mir wirklich zu Herzen geht, wenn Tiere unnötig verletzt oder sogar getötet werden. Wie meinen? Ich würde das Licht nur ausmachen um irgendwelchen Bestien, Untoten oder herumflatternden Vampiren nicht meinen Standpunkt aufzuzeigen? Natürlich nicht! Mit denen bin ich schon immer fertig geworden, wenn sie wieder weg waren. Und daher ist „dat Dingens“ mit dem Licht ausmachen eben nur mein höchstpersönlicher Beitrag zu einem friedvollen Zusammenleben mit der uns umgebenden Mutter Natur bzw. der effizienteste Teil eines von mir ausgeheckten brutalstmöglichen Energiesparmodells.
Worauf ich eigentlich hinauswollte, bevor Sie mich mit Ihrer unqualifizierten Zwischenbemerkung aus dem Konzept brachten, ist Folgendes: Kein Mensch kann im Dunkeln die Unwahrheit schreiben. Weil er in völliger Finsternis (bedingt durch seinen von der Sonne abgewandten Standpunkt auf dem Planeten Erde, plus einer ausgeschalteten Schreibtischlampe!) gar nicht mehr sieht, was er so zu Papier bringt – und deshalb aufhört mit dem Schreiben. Womit eindeutig bewiesen wäre, das bei meinen Geschichten nicht geschummelt wurde. Last, but not least noch ein kleiner Hinweis. Wer mir oder dem Rest der Welt beweisen kann, dass er nicht in einem Glashaus sitzt: Der darf ihn aller Seelenruhe schmeißen, den ersten Stein.
 
   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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